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Technik verantwortungsbewusst entwickeln und einsetzen

Digitalisierung: Chancen und Herausforderungen für den sozialen Bereich

schaltplan 250Digitalfunk im Katastrophenschutz, Drohnen zur Orientierung bei Sanitätsdiensten von Großveranstaltungen, Tourenplanung in der ambulanten Pflege, der Austausch zwischen Kund/innen und Mitarbeiter/innen über digitale Kanäle und vieles mehr: Produkte, Dienstleistungen und Kommunikationswege, die durch digitale Technik entstanden sind, wirken sich auf alle Menschen und so auch auf die Arbeit des Arbeiter- Samariter-Bundes aus.

Bislang ist schwer abzuschätzen, wie sich die Arbeitswelt und das gesellschaftliche und zwischenmenschliche Zusammenleben in den nächsten Jahrzehnten gestalten werden. Der ASB betrachtet es als Chance und gleichzeitig als Herausforderung, die weitreichenden Auswirkungen der digitalen Entwicklungen mitzugestalten. Er orientiert sich dabei an den Bedürfnissen der Menschen und an seinen Werten als Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation.

Der ASB sieht Möglichkeiten, durch die Digitalisierung und den technischen und medizinischen Fortschritt seine Dienste weiterzuentwickeln, neue Arbeitsplätze zu schaffen und innovative Leistungsbereiche zu etablieren. Er sieht aber auch die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der sich immer weiter beschleunigenden technologischen Entwicklung Werte wie Humanität, Solidarität und Respekt als tragende Säulen unserer Gesellschaft zu erhalten und weiter auszubauen.

Nicht alles, was technisch möglich ist, muss auch gut für unsere Kund/innen, Mitarbeiter/innen und letztendlich für die Gesellschaft sein, die Folgen von technologischen Entwicklungen gehören deshalb in den Fokus einer umfassenden gesellschaftlichen Debatte. Der ASB kooperiert mit Wissenschaft (Fachhochschule Bielefeld) und Wirtschaft (z.B. Softwareunternehmen, Start-ups), um die Chancen und Herausforderungen von Digitalisierung ganzheitlich zu beleuchten und über den Einsatz von Technologien informiert zu entscheiden.

Das beim ASB NRW in Köln eingerichtete Referat für Digitalisierung beleuchtet die ethischen und sozialen Implikationen von digitalen Technologien und befasst sich mit den Rahmenbedingungen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Digitalisierung beim ASB in Nordrhein-Westfalen.
Foto: ASB Archiv

Beispiele für Digitalisierung beim ASB

Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind an Demenz erkrankt, jedes Jahr treten etwa 300.000 Neuerkrankungen auf.

Um für diese Menschen neue Therapiemöglichkeiten zu eröffnen, setzt der ASB auch auf moderne Technik. So wird beim ASB Bergisch Land im Rahmen eines Modellprojekts der „ichó“-Ball eingesetzt, eine Therapiekugel, die durch Licht-, Bewegungsund Klangimpulse Wahrnehmung und psycho-motorische Stimulation fördert.

Der Einsatz der vertrauten Form eines Balls soll für eine Akzeptanz des Gerätes sorgen, die technischen Reize Erinnerungen wecken und neue Formen der Kommunikation mit den Patienten ermöglichen. Der Ball reagiert auf äußere Einflüsse wie Druck, Streicheln, Werfen oder Fangen und kann dann beispielsweise biografieorientierte, individuell auf den Benutzer abgestimmte Musik, Klangmuster oder andere Töne abspielen. Das Gerät zeigt auch Farben an oder vibriert, wie etwa eine Bohrmaschine, die ein/e Handwerker/in ein Leben lang benutzt hat.
Foto: ASB Bergisch Land

Unbemannte Luftfahrtsysteme, also zum Beispiel Drohnen, können von Hilfsorganisationen eingesetzt werden, um etwa vermisste Personen mit Wärmebildkameras zu suchen oder bei Großschadenslagen eine Übersicht aus der Vogelperspektive zu ermöglichen.

Der ASB NRW setzt sich dafür ein, die lebensrettende Technologie zu verbreiten und die Helfer in einer gewissenhaften Nutzung der Drohnen zu schulen. Die neuen Geräte sollen in Zukunft zu Standardeinsatzmitteln werden, wenn es um Sichtung und Überwachung von Lagen wie Hochwassern und Großbränden geht.
Foto: ASB NRW/Michael Schuff

Der ASB nutzt digitale Features, um den Kontakt zwischen Kund/innen und seinen Mitarbeiter/ innen zu vereinfachen und Verwaltungs- und Dokumentationsprozesse effektiver zu gestalten.

So ermöglicht eine neue Kita-App es Eltern, schnell und unkompliziert Verspätungen, Urlaubszeiten oder Abwesenheiten zu melden, Termine zu verwalten oder Nachrichten mit anderen Eltern und Erzieher/innen auszutauschen. Geschütze Kontakte und Ende-zu-Ende-verschlüsselte Nachrichten stellen sicher, dass keine Daten der teilnehmenden Familien an Unbefugte gelangen können. Eine Schnittstelle zur Kita-Verwaltung vereinfacht die betriebsinterne Kommunikation. Gemeinsam entwickelt vom ASB Regionalverband Münsterland e.V. und der MW10 AG kann die App in Zukunft auch von anderen interessierten Kitas genutzt werden.
Foto: ASB NRW

Der ASB NRW unterstützt ein sicherheitsrelevantes Modernisierungsvorhaben in Deutschland: die Einführung des Digitalfunks im Bevölkerungsschutz.

Neben einem deutlich verbesserten Funktionsumfang für die Helfer und einem bundesweit einheitlichen Netz gehören auch eine verbesserte Sprachqualität, verlässliche Verfügbarkeit und Abhörsicherheit zu dessen Vorteilen. Zudem sorgt der Digitalfunk dafür, dass Hilfe im Notfall schneller und verlässlicher zu den Betroffenen kommt. So können GPS-Daten mit übermittelt werden, so dass der nächstgelegene Einsatztrupp schneller zu Verletzten gesandt werden kann.

Der ASB NRW unterstützt die Einführung durch Förderung bei der Anschaffung von Geräten und die Schulung von Multiplikatoren. Zusätzlich hält er Leihgeräte vor, die die ASB-Verbände vor Ort über ein Onlineportal kostenlos ausleihen können.
Foto: ASB NRW/Michael Schuff

„Mit seiner Digitalisierungsstrategie möchte der ASB NRW sich nicht nur inhaltlich, serviceorientiert und strukturell weiterentwickeln, sondern auch einen Beitrag dazu leisten, Werte wie Selbstbestimmung, Solidarität und Respekt als tragende Säulen unserer Gesellschaft bei der sich immer weiter beschleunigenden technologischen Entwicklung zu erhalten und weiter auszubauen.“
Dr. Georg Scholz, Vorsitzender des ASB NRW

„Es geht darum, die soziale Infrastruktur in einem zunehmend digitalen Umfeld zu gewährleisten und auszubauen. Das sehen wir als eine der großen Aufgaben für uns als ASB. Dabei ist uns wichtig, die Positionen der Sozialverbände bei der Digitalisierung in der Debatte deutlich herauszuarbeiten, auch weil der soziale Sektor zu den großen Arbeitergebern und Dienstleistern in Deutschland zählt.“
Dr. Stefan Sandbrink, Geschäftsführer des ASB NRW

„Die Digitalisierung transformiert unsere Gesellschaft in immer schnellerem Maße. Ihre Chancen sind oft ungleich verteilt, gleichzeitig gibt es ein deutliches Risiko sozialer Spaltung. Dem gilt es frühzeitig entgegenzuwirken. Die ethischen und sozialen Implikationen von Digitalisierung müssen ganzheitlich beleuchtet werden, um über den Einsatz von Technologien informiert entscheiden zu können.“
Dr. Birte Schiffhauer, Referentin für Digitalisierung beim ASB NRW

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